„Sei du selbst die Veränderung für diese Welt, die du dir wünschst.“

Mahatma Gandhi

Jutta Wesslein

Angelika Jung

Hilfsprojekte – Soziales Engagement (SE)

Mit dem Vorgängerlehrplan 2004 wurde zum ersten Mal der Schwerpunkt SE=Soziales Engagement eingeführt. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte die Fachschaft Religion unter Vorsitz von Jutta Wesslein ein umfassendes Konzept, welches auch heute noch mit dem neuen Bildungsplan bei uns Bestand hat. Kerngedanke ist die soziale Verantwortung für andere. Im Religionsunterricht wird Soziale Verantwortung thematisch aufbereitet und schon in Klasse 7 praktisch eingeübt. Mit der Arbeit ist die Hoffnung verknüpft, bei unseren Schülern eine Verantwortlichkeit für andere Menschen zu wecken und zu entwickeln. Diese Sozialkompetenz speist sich aus dem Gebot der Nächstenliebe und einem überlieferten Bibelzitat Jesu: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

Flankierend zu unserem sehr praktischen Ansatz vor Ort engagieren wir uns seit über einem Jahrzehnt für außereuropäische Hilfsprojekte in Afrika und Südamerika. Wir sind dabei eng mit der Hilfsorganisation ´Konvoi der Hoffnung` aus Oberhausen-Rheinhausen verbunden, die wir mit regelmäßigen Geld und Sachleistungen unterstützen. (Die Einnahmen aus der Bewirtung des Musischen Projekts in Klasse 6 fließen direkt als Spende dem Konvoi der Hoffnung zu.) Ein gern gesehener Gast an unserer Schule ist deshalb der Vorsitzende des Konvois der Hoffnung, Manfred Rölleke, der den Kindern alljährlich seine Arbeit vorstellt und die Fortschritte der Hilfsleistungen dokumentiert. Mit ihm werden unsere Spendengelder greifbar und sichtbar, wenn er von neuen Schulen oder Brunnen berichtet, die mit unseren Geldern mitfinanziert wurden.

Unser aktuell unterstütztes Projekt – aus den Spendengeldern des Musischen Projekts –  ist der Bau einer Realschule in Burkina Faso. Durch die Bewirtung konnten wir 1400 Euro an den Konvoi der Hoffnung überweisen.

Unser zweiter Unterstützungsbereich in Peru geht auf eine Initiative von Angelika und Reinhard Jung zurück, die für einige Jahre in dem südamerikanischen Land lebten. Mit Hilfe unserer Schüler sammeln sie jedes Jahr im November/Dezember Papier im Raum Östringen ein, dessen Verkaufserlös als Spende nach Peru fließt. Damit unterstützen die beiden den Kauf von OP Material für eine ambulante Station im Süden des Landes, die sich auf einfache Augenoperationen spezialisiert hat.

2122 Euro – Thomas Morus Realschule spendet für neues Schulzentrum in Burkina Faso
Es war ein Routinebesuch – fast schon. Die überregional agierende Hilfsorganisation Konvoi der Hoffnung aus Oberhausen-Rheinhausen war, wie jedes Jahr, wieder an der Thomas Morus Realschule in Östringen. Ein Vortrag über die Arbeit des Konvois, seine Ziele. Seit Jahren kooperieren die beiden und das mit großem Erfolg. Was der Vorsitzende Otto Fischer und Schriftführer Manfred Rölleke noch nicht wussten: die Realschule hat vor den Sommerferien wieder einmal für den Konvoi gesammelt. Im Rahmen der Bundesjugendspiele, Klasse 5 bis 7. Und es ist einiges dabei zusammengekommen. Die beiden älteren Herren sind dann sichtlich überrascht, als ihnen im Namen der Schüler ein großer Geldsack überreicht wird. 2122 Euro kamen zusammen. Eine Menge Geld für ein weiteres Projekt im afrikanischen Burkina Faso: Ein Realschulzentrum in Sandogo soll bis 2014 fertig gestellt werden.
„ Wir vom Konvoi fördern Menschen, nicht Staaten“, betont Manfred Rölleke dann in seinem Vortrag vor den Schülern. „Bildung und Ausbildung versetzt die Menschen in Afrika in die Lage, sich selbst zu helfen und dadurch ein neues Selbstwertgefühl zu entwickeln.“ Keine Almosen aus Europa, sondern Anschubfinanzierung als Ausweg aus dem Hunger. Die Schüler schreiben seine Worte fleißig mit, ganz so, als ob sie an der Universität einer Vorlesung folgten. Das gehört zum Gesamtkonzept von SE – dem Sozialen Engagement. In mehreren Aktionen lernen die Schüler der Klassenstufe 7 die Arbeit des Konvois der Hoffnung kennen und zu unterstützen. Nur was man kennt und was man auch durchschaut, verdient besondere Hilfe. Die Liste der Hilfsprojekte ist lang. Eselkarren, Fahrräder, Hilfe für Kindersoldaten, Staudammbau, Errichtung von Krankenstationen und neuen Schulzentren. Und wozu das ganze? Manfred Rölleke hält in seinem Vortrag inne und schaut prüfend in die Runde. Einigen Schülern ist Lampedusa in Italien ein Begriff. „Wem sein Heimatland etwas bietet, der bleibt und muss nicht nach Europa flüchten.“
Dann wartet er mit einer simplen Rechnung auf, die viele Schüler in Erstaunen versetzt.
„Euer fleißig gesammeltes Geld ist noch viel mehr wert, als ihr glaubt. Aus 2122 Euro werden fast 15.000 Euro für Sandogo- sieben Mal so viel.“  Denn jeder gespendete Euro wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Faktor sieben aufgewertet. Vier große Klassenzimmer für je 90 Schüler, ein Verwaltungsbau mit Toiletten und ein Sportplatz sollen in Kürze entstehen. Kosten von circa 80.000 Euro. Über den Daumen gepeilt ein Klassenzimmer haben die Kinder aus Östringen gespendet. Nicht schlecht und Ansporn genug, weiter zu spenden und die Zusammenhänge zu verstehen.