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Mittwoch, 28 November 2007 |
Thomas Morus ( 1478 - 1535) Namensgeber der SchuleThomas Morus, dessen Name die Realschule Östringen trägt, ist eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten am Beginn der Neuzeit. Er hat sich als Staatsmann, als humanistischer Schriftsteller und schöpferischer Mitgestalter europäischer Kultur, als Mann der Gewissenstreue und Glaubensfestigkeit einen Namen weit über die Grenzen seines Heimatlandes gemacht. Thomas Morus war ein ungewöhnlich gebildeter Mann, gleichzeitig fachkundiger Jurist und ein geschickter Unterhändler. Seine Unparteilichkeit als sogenannter Undersheriff und in anderen Positionen wurde gerühmt. Er galt als ausgezeichneter Administrator, der sämtliche anhängigen Gerichtsfälle erledigte, was etwas noch nie Dagewesenes darstellte. Als römisch-katholischer Christ setzte er sich konsequent für die Autorität des Vatikans ein. Gleichzeitig focht er mit der Feder für ein humanes Miteinander der Menschen. Thomas Morus war bereits mit 25 Jahren Mitglied des Unterhauses. Unter König Heinrich VIII. wurde er 1518 Mitglied des "Geheimen Rates". Er wurde 1523 Sprecher des Unterhauses und 1529 Lordkanzler. Als engster Vertrauter des Königs verteidigte er diesen gegen die Angriffe der Protestanten. Thomas Morus war verheiratet und hatte vier Kinder. Im Privatleben engagierte sich Morus sehr für die Erziehung seiner Töchter, denen er die gleiche Bildung zukommen ließ wie seinem Sohn. Seine älteste Tochter Margaret Roper war eine der gelehrtesten Frauen ihrer Zeit. Er war auch sehr freigiebig, ernährte während einer Hungersnot Hunderte aus seiner eigenen Tasche und entließ seine Landarbeiter nicht wegen mangelnder Arbeit. Sein bekanntestes Werk war und ist "Utopia", der Titel eines in lateinischer Sprache geschriebenen Romans, den er 1516 verfasst hat und in dem er eine "ideale" Gesellschaft darstellt. In satirischer Weise will er seiner eigenen Zeit den Spiegel vorhalten. Der Buchtitel prägte den Begriff "Utopie". Die Erstveröffentlichung des Werks erfolgte auf Betreiben des berühmten Humanisten Erasmus von Rotterdam. Rahmenhandlung des Romans sind die Erzählungen eines Seemannes, der eine Zeit lang bei den Utopiern gelebt haben will. Der Roman beschreibt eine auf rationalen Gleichheitsgrundsätzen, Arbeitsamkeit und dem Streben nach Bildung basierende Gesellschaft mit demokratischen Grundzügen. Thomas Morus besaß viel Humor und war ein Mann von überragender Intelligenz und tiefer Religiosität. Als Thomas Morus der durch die von König Heinrich VIII. vorangetriebenen Gesetzgebung die Einheit der Kirche in Gefahr sah und er auch der Ehescheidung des Königs nicht zustimmen konnte, legte er 1532 seine Ämter nieder. Als er sich 1534 weigerte das Thronfolgegesetz anzuerkennen und den Eid auf den König als Oberhaupt der Kirche zu leisten, wurde er verhaftet und in den Tower von London geworfen. Thomas Morus wurde am 06. Juli 1535 öffentlich enthauptet. Er starb für die Freiheit des Gewissens und als Verteidiger der Sache Gottes. 1935 wurde Thomas Morus heilig gesprochen ( Gedenktag 22. Juni). Er ist Patron der Regierenden, Politiker sowie der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG).
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