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"Lampenfieber" setzte besondere Kräfte frei - 19.06.10
Mittwoch, 30 Juni 2010
Musicalpremiere der Thomas-Morus-Realschule Östringen begeistert gefeiert
Das Licht im Saal verlischt, nervös kreist ein Scheinwerferkegel im Rhythmus rockiger Töne über den voll besetzten Zuschauerreihen, bis sich die Bühne erhellt. Das ist der Moment, auf den gut einhundert Schülerinnen und Schüler der Thomas-Morus-Realschule Östringen in den zurückliegenden Wochen und Monaten mit großem persönlichem Einsatz hingearbeitet haben.

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Als Schauspieler, als Chor- oder Bandmitglied oder als Tänzerin sind die Jugendlichen Teil eines spektakulären Musicalprojekts ihrer Bildungseinrichtung und auf jeden kommt es nun an, wenn das große Werk, die Aufführung des Schulmusicals "Lampenfieber" am Ende gelingen soll. Seit vorigen September haben die Östringer Kids in ungezählten Proben und Besprechungen, oft genug auch am Wochenende, ihr Vorhaben vorangebracht, ihre Rollen für das Singspiel, dessen Story sich selbst um eine Schülergruppe und ihre Vorbereitungen auf eine Musicalaufführung dreht, sorgfältig gelernt, ihre Songs unermüdlich geübt, ihre Choreographie wieder und wieder einstudiert. Regisseur Lukas Jösel, im Hauptberuf an der Östringer Realschule als Musik- und Deutschlehrer tätig, sitzt seitlich von der Bühne am Schlagzeug der Band, die den musikalischen Rahmen des Stücks von Gabi Hofmeister und Matthias Johler liefert. Akribisch genau hat er alle Akteure auf den `großen Tag´ und ihre individuelle Aufgabe vorbereitet, aber nun ist es `live´, nun muss er seine Schützlinge bei der Premiere zumindest ein Stück weit loslassen. Seine Miene entspannt sich jedoch schnell - kleinere Unsicherheiten in den ersten Szenen legen sich schon bald. Die meist 16- oder 17jährigen Jungs und Mädchen auf der Bühne merken, dass sich jetzt die gewissenhafte Vorbereitung auszahlt und dass sich das Lampenfieber, um das es in der Handlung des Stücks ja eigentlich geht, auf dieser soliden Grundlage zum Positiven in eine besondere kreative Anspannung wandelt, die die Spitzenleistungen aller Beteiligten erst möglich macht. Vom Musical und vor allem von der sehr überzeugenden Inszenierung der Östringer Schüler sind die Zuschauer sofort in den Bann gezogen. Indem sie der Handlung folgen, lernen sie die für diese Lebensphase typischen Sorgen und Ängste der Protagonisten der Geschichte kennen, die Erwartungen der anderen nicht erfüllen zu können, verspüren fast greifbar die Befürchtung, im entscheidenden Moment zu versagen. Besonders bei Jugendlichen, bei denen sich Persönlichkeit und Selbstbewusstsein gerade formen, geht es in vielen Lebenssituationen um das berühmte Kribbeln im Bauch, um den Frosch im Hals, um weiche Knie, um feuchte Hände, eben um Sensibilität, Verletzlichkeit und um `Lampenfieber´. Und so ist es auch bei Paula, der Hauptfigur des Stücks, die zunächst niemand bemerkt und niemand ernst nimmt, als sie an ihrer Schule bei der Aufführung eines Musicals mitmachen will. Bei ihren Klassenkameraden, deren alterstypische Befindlichkeiten, von Liebesgefühlen bis zum Stress mit dem Nebenjob, geschickt in den Handlungsfaden eingewoben werden, hat Paula einen schweren Stand, zumal sie sich bei den Proben immer wieder verhaspelt und sich dafür hämischen Spott gefallen lassen muss. Lediglich von Keyboarder David unterstützt, der ihr stimmliches Talent als erster entdeckte und auch persönlich viel für sie empfindet, hält Paula dennoch beharrlich an ihren Zielen fest und bei ihrem fulminanten Auftritt in der ersten Vorstellung besiegt sie schließlich mit ihrer unerschütterlichen Hoffnung ihre vielfältigen Ängste. Der letzte Song "Gemeinsam packen wir es an!" stand symbolisch für die zentrale Botschaft des Musicals.

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In Östringen gab es beim rauschenden Schlussapplaus des Premierenpublikums am Samstagabend in der Aula der Thomas-Morus-Realschule besondere Ovationen für Hauptdarstellerin Lena Saragih, ebenso wie für Vivien Landsgesell, die diesen Part bei der zweiten Auflage am Sonntag übernahm. Mit viel Beifall wurden zudem die Darbietungen von `Tastenmann´ David Lindacker, von Quendresa Bukoshi und Sarah Kettenmann als Tina, von Ines Schilling als Sandra, von Christian Antoni und Jonas Becker in der Rolle des Draufgängers Richy sowie die Leistung von Isabell Fröhlich bedacht, bei der die Hauptverantwortung für die Choreographie der Tanzvorführungen lag.

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Solchen Schulprojekten sollte gewiss nicht nur aus der Sicht der Mitwirkenden die Zukunft gehören. Auch die Zuschauer, darunter ein restlos begeisterter Bürgermeister Walter Muth, bestärkten mit ihrer positiven Reaktion und vielen zustimmenden Kommentaren diese Einschätzung von Rektor Konrad Fleckenstein, der nun vor allem Regisseur und Koordinator Lukas Jösel für dessen außergewöhnliches Engagement dankte.
 
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